Veranstaltungen
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Nachlese 21. Petzower Silvesterkonzert
von Pierre Schober
Werder swingt ins neue Jahr
Kultur zum Jahresausklang. Am 31. Dezember fand in der Kulturkirche Petzow (Fercher Straße 52) das 21. Silvesterkonzert statt. Seit dem Jahr 2003 ist es ein fester Bestandteil im Kultur-Kalender der Stadt Werder (Havel).
Beswingt ins neue Jahr. Während rund um Werder bereits die ersten Böller und Raketen abgefackelt wurden, zündete Dew’s Brew in der Kulturkirche Petzow ein Jazz- und Swing-Feuerwerk.
Sophie „Dew“ Decker im Vorfeld: „Mit unseren akustischen Instrumenten reharmoniseren wir auch moderne Popsongs und geben ihnen eine neue, persönliche Bedeutung.“ Davon durfte sich das Publikum überzeugen, als u.a. der Outkast-Klassiker „Hey ya“ dargeboten wurden. Insgesamt wurden man auf eine kleine Swing-Welt- und Zeitreise mitgenommen, von Nord- und Südamerika bis zurück in die musikalische DDR.
„Wir haben Miss Sophie heute hier!“
Bei der Begrüßung durch Veranstalter Karl-Heinz Friedrich spaßte er in Anlehnung an „Dinner for One“: „Wir haben Miss Sophie heute hier!“ Sie und ihre Mitstreiter gaben ihr „very best“ – auch ohne James und Tigerfell.
Auf dem Altar, der zur Bühne umfunktioniert wurde, stand noch ein geschmückter Weihnachtsbaum. Lichterketten gaben den Saal ein festliches Ambiente. An den Wänden verliehen die Bilder von Andreas Langer sowie zwei Selbstportraits von Petra Rauschenbach, der Frau von Organisator Karl-Heinz Friedrich dem Saal eine besondere Atmosphäre.
Die drei Musikerinnen von Dew’s Brew Sophie Decker (Gesang, Gitarre), Natalie Plöger (Kontrabass, Gesang) und Liva Strazdina (Trompete, Flügelhorn) – eine Schülerin des großen Till Brönner – wurden unterstützt von der Brandenburger Piano-Legende Matthias Hessel. „Der gehört ab jetzt fest dazu“, lachte Sängerin Sophie, als sie ihn nach dem Konzert in der Garderobe fest umarmte. „Es war für uns eine große Ehre.“
„Märchenzeit“ sorgt für Gänsehaut
Um 16.06 Uhr erklangen die ersten Töne. „Easy to love“ hieß das erste Stück. Und alle im Pfarrsaal waren direkt schockverliebt. Spätestens beim zweiten Song „Girl from Ipanema“ begannen die ersten Zuschauer im Takt mitzuwippen. Auch eine traurige Samba, die dazu einlud, das Jahr 2025 Revue passieren zu lassen, konnte die Stimmung nicht drücken. Dafür waren die Lieder einfach zu schön.
Nostalgisch wurden viele, als Matthias Hessel sein Solo darbot. Er gab seine Klavier-Version vom Karat-Hit „Märchenzeit“ aus dem Jahr 1978 dar. Hessel: „Ein schönes Erlebnis für mich. Ich habe schon viel Jahre nicht mehr an Silvester gespielt. Ich habe erst mit 60 Jahren die Rockballaden der DDR für mich entdeckt. Ich habe hieraus meine eigene Version gemacht.“
Bei vielen Menschen im Saal konnte man sehen, dass sie sich zurück in ihre Jugend versetzt gefühlt haben. Auch Sängerin Sophie saß andächtig auf den Stufen vor dem Altar, mit den Händen vorm Gesicht und lauschte dem Meister der Tasten. Ein magischer Moment.
„Bei mir bist du schön“ sorgt für Party-Stimmung
Doch damit war noch nicht Schluss. Mit dem Gassenhauer „Bei mir bist du schön“ geriet das Publikum noch einmal richtig auf Temperatur. Begeistert wurde mitgeklatscht und mitgesummt. Bei einigen kribbelte es auch sichtbar in den Beinen. Sie hätten am liebsten drauflos getanzt. Begeistert wurde eine Zugabe gefordert! Mit „Smooth Operator“ von Jazz-Legende Sade wurden die begeisterten Zuschauer schließlich ins neue Jahr entlassen.
Die knapp 70 Minuten gingen viel zu schnell vorbei. Fanden nicht nur die Musikerinnen, die sichtlich Spaß hatten. Auch das Publikum war begeistert und hätte gerne noch weiter der Musik gelauscht. Eine Dame verriet Sophie auf dem Weg in die Umkleide, dass sie extra aus Bonn wegen ihr angereist ist.
Zwei Termine, zweimal volles Haus.
„Wir haben es geschafft, dass wir wieder ausverkauft waren“, so der glückliche Veranstalter Karl-Heinz Friedrich zur „MAZ“.
Die Planungen für das kommende Jahr sind bereits jetzt im vollen Gange. Friedrich: „Spätestens im Februar muss ich eigentlich alles in trockenen Tüchern haben. Sonst wird es eng.“ Getreu nach Sepp Herberger: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“
Gelungen Dew’s-Brew-Premiere beim Silvesterkonzert
Dew’s Brew durfte 2025 erstmals beim traditionellen Silvesterkonzert in der Kulturkirche Petzow auftreten. Meist trifft man die Band in Berlin, wo sie u.a. regelmäßig im Ritz Carlton, im Adlon oder sogar im Deutschen Bundestag auftritt.
Der Kontakt zu Karl-Heinz Friedrich entstand allerdings über ein Konzert in Petzow. „Wir hatten einen Auftritt im Schlossgarten, damals allerdings noch mit Saxophon. Da ist Herr Friedrich dann auf uns aufmerksam geworden“, berichtet Sophie Decker.
Trotz der Verbundenheit zu Berlin, tritt Dew’s Brew wahnsinnig gerne in Werder und Umgebung auf. Natalie Plöger: „Wir spielen sehr gerne in Petzow. Wir haben auch schon in der Staakower Kirche gespielt.“ Und Sophie ergänzt: „Irgendwie verschlägt es uns immer wieder hierhin. 2025 waren wir insgesamt dreimal hier.“
Auch mit ihrem Auftritt war die Band zufrieden. Liva Strazdina: „Die Stimmung war sehr schön, die Kirche ist toll.“ Und das Konzert auch.
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