Vereinsarbeit

2015 Historischer Backofen

Spenden benötigt

Wie schon berichtet, wird ein maßstabsgetreues Modell des Backofens aus dem 14. Jh. in der ortsgeschichtlichen Ausstellung im Heimatmuseum Waschhaus am Haussee ab dem nächsten Frühjahr zu sehen sein. Außerdem werden die Grabungsdokumentation, weiteres interessantes Material und viele zusätzliche Infos zu erwarten sein. Ein kleiner Vortrag im Frühjahr zu Thema, gehalten vom Teamchef der Archäologen steht ebenfalls in Aussicht. An der Fundstelle selbst organisieren wir zusammen mit den Archäologen die Aufstellung einer ständigen Informationstafel. Um dieses Projekt gelingen zu lassen, führen wir eine Spendensammelaktion durch. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns unterstützen würden. Die Gäste des Silvesterkonzertes 2014 spendeten bereits 544 Euro für dieses Museumsprojekt. Über weitere Spenden würen wir uns freuen, ab 19.April ist unser Museum Waschhaus am Haussee wieder geöffnet.

Wieder vergraben

Aus konservatorischen Gründen wieder fachmännisch vergraben, die "Fundstelle verschlossen", wurde unser Backofen wieder am 27. November 2014. Alle nötigen Forschungen und Vermessungen wurden beendet. Ein wenig leid tat's den engagiertem Team der Archäologen denn schon, wenngleich dieser Vorgang zum Alltagsleben in ihrem Beruf zählt. Sie haben schon eine Menge Backöfen aus- und wieder eingegraben, aber eine solch großes Exemplar war noch nie dabei. Wir freuen uns, dass sich - siehe weiter unten - unser guter Kontakt zu Thomas Langer und seinen Mannen weiter fortsetzen wird und wir noch eine Menge Wissenwertes um die Entstehungsgeschichte Petzows erfahren werden. Danke an alle, die mit dieser Überraschung im November 2014 für ein gutes Stück Erinnerungsqualität in uns gesorgt haben ! Nachdem zunächst die letzten archäologische Kennzeichnungen hinterlassen wurden, deckte man ein Vlies über den kostbaren Fund. Anschließend verschloss man mit verschiedenen Bodenschichten die Fundstelle. Bild: T.Langer

Besichtigung der Fundstelle

Kurzfristig nahmen wir am 23.11.2014 die Chance wahr und luden zu einer Führung zur Ausgrabungsstelle des kürzlich entdeckten historischen Backofens an der Fercher Straße ein. Zu einer eineinhalbstündigen Tour starteten wir ab Kirche Petzow bei strahlender Sonne und gingen auch am Schloss vorbei, wo gerade mit den Bauarbeiten begonnen wurde. Unterwegs und vor Ort sorgte Petra Rauschenbach mit fundierter Wissensvermittlung und interessanten Details rund um das Thema Backofen und Brotbacken für Staunen und so manchen Aha-Effekt bei den über 30 Teilnehmern des sonntäglichen Spazierganges. Ein paar zünftige Schmalzstullen gab es gleich am Anfang, damit man die 3-Kilometer- Tour auch durchsteht ;-) Der Anblick an der Grabungsstelle wird sich so nicht mehr bieten, denn je nachdem wie die Entscheidung bei den Behörden fällt, wird das Denkmal nach seiner Dokumentierung entweder abgerissen, also zerstört oder wieder zugeschüttet, also erhalten. Eine sehr kooperative Beziehung zum Grabungsteam um Thomas Langer hatte zum Ergebnis, dass der Heimatverein Petzow e.V. ein maßstabsgetreues Modell des Backofens aus dem 14. Jh. in seiner Ausstellung im Heimatmuseum Waschhaus am Haussee ab dem nächsten Frühjahr erhält und es in seiner ständigen Ausstellung zur Ortsgeschichte zeigen wird. Außerdem werden die Grabungsdokumentation, weiteres interessantes Material und viele zusätzliche Infos zu erwarten sein. Ein kleiner Vortrag im Frühjahr zu Thema, gehalten vom Teamchef der Archäologen steht ebenfalls in Aussicht. An der Fundstelle selbst organisieren wir zusammen mit den Archäologen die Aufstellung einer ständigen Informationstafel.
Bild: K.-H. Friedrich

Mittelalterlicher Lehmbackofen gefunden ! !!!

Wanderung zur Fundstelle: 23.11./ 14 Uhr ab Kirche Petzow, 1,50 € (Führung P.Rauschenbach) Einen spektakulären Fund machten Archäologen während der Arbeiten an der Neugestaltung der Verbindungsstraße zwischen Ferch und Petzow. Sie fanden einen alten Backofen aus der Zeit der um 1375 wüst gewordenen Dorfstelle Tesekendorf. Wie die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ berichten, soll die Stelle, die direkt an der Straße liegt aber bald wieder verschlossen werden, wenn die Archäologen ihre Arbeit getan haben. Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden in einer Dokumentation zusammengefasst und dem Landesamt für Denkmalpflege übergeben. Der nach Historikermeinungen offenbar nach einem gewissen Tesek benannte Ort Tesekendorf, der auch einmal - als er slawische Siedlung war - Priscere hieß, wurde früher durch das Kloster Lehnin verwaltet. Das Grabungsteam um Grabungsleiter Thomas Langer fand nach ihren Aussagen auf 30 Metern Straßenlänge einen Einblick in 5000 Jahre, darunter Scherben aus dem Mittelalter, aber auch aus der Stein- und Bronzezeit sowie auch Spuren eines noch älteren Backofens in den Grabungsschichten. Der jetzt gefundene Lehmbackofen war im Grundriss elliptisch und 6 Meter lang, 4,50 Meter breit und hatte eine 1,30 Meter hohe - durch Wurzelwuchs zerstörte - Kuppel; seine Öffnung befand sich seeseitig Richtung Schwielowsee. Gegenwärtig ist die Grabungsstelle mit Planen gesichert, ein paar kleinere Details waren dennoch sichtbar. In der Gegend um Petzow/Bliesendorf sind mehrere Wüstungen, also verlassene Dorfstellen, bekannt, die sich ab dem 12. Jahrhundert durch Siedlungsverlagerungen und die Zusammenlegung von Höfen bildeten und in der Zauche bis zu 60 Prozent der damaligen Dorfstellen ausmachten. So wie den verlassenen Dörfern erging es auch dem jetzt wiedergefundenen Lehmbackofen: er versandete nach und nach und war schließlich vom Winde verweht. Wir werden den Lauf der Dinge weiter aufmerksam beobachten und hoffen, dass trotz der offenbaren Unterordnung der Fundstelle unter den Straßenbau eine Möglichkeit besteht, an diesem Ort an Tesekendorf und seinen Backofen zu erinnern.
Bilder: KHFriedrich

BIBER GESICHTET!

Am Schwielowsee-Zufluss zum Haussee haben wir jetzt einen Biber, der fleißig alles annagt und fällt, was sich ihm in den Weg stellt. Er baut sich einen großen Bau, den er vom Wasser aus erreichen kann. Noch sind Bibers Baubemühungen für die Parkbäume unschädlich, im Gegenteil, dem Erlenbewuchs in Ufernähe zum Schwielowsee, den sowieso keiner will, setzt der Bursche ganz schön zu. Unsere Wanderer bekamen das Tier trotz Dunkelheit, Sturm und Regen, jedoch bei sternenklarem Himmel, am 10. Januar gegen 20.30 Uhr zu sehen.